Neu: „Undine“ – ein Festtags-Wein für den Sommer

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In Kooperation mit dem Pfälzer Weingut Janus bringt die Weinhandlung Schollenberger zum Rostocker Jubeljahr einen besonderen Festtags-Wein heraus. Premiere für das Weißwein-Cuveé „Undine“ ist der Hansetag in Rostock. Das jugendlich, frische Sommer-Cuveé aus 90% Grauburgunder und 10% Riesling ist nach der Undine benannt. Diese ist ein Wassergeist oder auch Nixe aus der deutschen Sagenwelt. Das Cuveé basiert auf einer Zusammenarbeit des aus Bremen stammenden Winzers Frederik Janus und des Rostocker Weinhändlers Frank Schollenberger. Diesen Wein kann man daher zu Recht, gerade im Jubiläumsjahr Rostocks, als hanseatische Kooperation bezeichnen. Der Geisenheim-Absolvent Janus und der Sommelier Schollenberger haben mit diesem Projekt einen ganz besonderen Wein geschaffen, der gerade zu den sommerlichen Feierlichkeiten – mit seiner Eleganz, Frische und delikaten Frucht – besonders viel Spaß bereitet. Hierbei sorgt der Grauburgunder für Struktur, Rückgrat und Frucht. Der frische Riesling bringt die Eleganz, Frische und eine zarte Fruchtsüße ins Spiel. Das Cuveé ist ein harmonischer Begleiter zur leichten Sommer- und Fischküche. Aber auch als Terrassenwein weiß dieser Wein aus der Pfalz zu begeistern. Der Duft der flüssigen „Undine“ bezaubert ähnlich wie der anmutige Gesang der sagenhaften Undine.
Die „Undine“ gibt es in den Schollenbergerschen Weinhandlungen in Rostock und Bad Doberan und auf dem Hansetag für 9,95 €.

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Angelina Schmücker

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Als Ruhrgebietspflanze wurde die junge Angelina von ihren Eltern nach Rheinhessen verpflanzt und wusste nichts vom Wein. Hier angekommen, wurde ihr die rheinische Lebensart schnell zu eigen. Zum guten Essen gab es natürlich immer einen guten Schoppen. Aber von der Idee, Winzerin zu werden war Angelina da noch weit entfernt. Daher absolvierte Sie mit der Idee, ein Studium dranzuhängen, erst einmal eine Lehre als Industriekauffrau. Schon in der Schulzeit arbeitete sie nebenbei auf einem befreundeten Weingut und bekam so eine Idee von ihrem Traumberuf. So war es nur logisch, dass sie mutig eine Winzerlehre dranhängte und danach in Geisenheim Weinbau und Oenologie studierte. Ohne eigenes Weingut kann die Jungwinzerin heute bei einem befreundeten Weingut in Biebelsheim ihren Traum leben und hier im Keller arbeiten und mit großem Vertrauen auch auf die Trauben der Weinberge zurückgreifen. Für diese Zusammenarbeit ist die junge Winzerin sehr dankbar, denn nicht jeder Kellermeister lässt jemanden einfach so in seinem Keller rumwerkeln. Dies spricht in jedem Fall für große Sympathie und Vertrauen. Die Herstellung von Wein ist für Angelina ein Zusammenspiel aus Terroir, Handwerk und Genuss! Terroir ist für Angelina der Boden, der den Wein prägt und das Klima, welches entscheidend für die Entwicklung und die Reife der Trauben ist. „Jeder Weinberg hat sein eigenes Klima. Der erste Grundsatz in meiner Ausbildung zur Winzerin, den ich gelernt habe, war, was der Winzer im Weinberg versäumt, zu wenig oder zu viel macht, kann man im Keller nicht wieder gut machen. Hinter diesem Leitsatz stehe ich! Wein ist ein Naturprodukt und man muss mit der Natur zusammenarbeiten und sie respektieren, denn ohne sie kann selbst der bester Winzer keinen Wein herstellen. Auch wenn Wein für mich ein Naturprodukt ist, ist das Handwerk für den Wein und die Qualität eine ebenso wichtige Eigenschaft. Hat man im Weinberg gute Vorarbeit geleistet, sind für die Kellerarbeit die Weichen gestellt und es geht nur noch ans „Finetuning“. Neue Technologien verbunden mit Tradition, das ist für mich maßgeblich wichtig für das Winzer-Handwerk, nie still stehen und sich immer weiterbilden… Und zum Schluss, das wirklich Wichtige für den Kunden – es muss schmecken! Da bringt einen größtes fachliches Know-how und das komplexe Erklären von Wein mit tausend Fachwörtern auch nicht weiter, wenn der Wein nicht einfach schmecken kann“! Im Moment gibt es aus dem Hause Schmücker vier weiße Weine. „Verschnittche“, ein freches und unkompliziertes Cuvee aus Müller, Silvaner und Sauvignon, das Lust auf mehr macht. Einen sexy Müller-Thugau mit Maischestandzeit und Schönheitsschlaf auf der Hefe mit exotischer Aromatik und gutem Trinkfluss. Einen ausdrucksstarken Grauen Burgunder, der mit Schmelz und Eleganz verzaubert. Sowie einen Amphorenwein aus Müller, der nach dem Pressen zur Gärung in die Amphore gelegt wurde und nun seine Persönlichkeit perfekt zur Geltung bringt und die Handschrift der Winzerin widerspiegelt.

Frank Schollenberger
Sommelier

Neu in unseren Läden: Die Weine vom Chateau Schembs

Chateau-Schembs

Arno Schembs sagt: „Die ältesten Artefakte in unserem Weingut sind ein sehr aufwändig gearbeiteter hölzerner Handwerkszirkel mit der Jahreszahl 1704 und ein handschriftliches Dokument über den Verkauf von Wein aus dem Jahr 1644.
Handwerk, Handschrift und Wein prägen meine Arbeit bis heute.
Seit Beendigung meines Studiums in Geisenheim 1987 kümmere ich mich um den Weinbau auf unserem Gut.
Mittlerweile gehören uns Reben in der historischen Originallage Wormser Liebfrauenstift -Kirchenstück- und einige denkmalgeschützte Häuser in Herrnsheim, der ehemaligen Residenz der Freiherren zu Dalberg.
Durch meine Liebe zu Tradition, Geschichte, alten Häusern und Wein konnte ich 2006 Teile des Herrnsheimer Schlosses übernehmen, dem heutigen Sitz von CHATEAU SCHEMBS.“

Neu: Unsere Miniaturen (0,2l)

Miniaturen

Blücher Baltic Gin (45% vol.)
Der Blücher Gin präsentiert sich kraftvoll mit einer Note von Koriander, Piment und Wacholder. Er ist pur und im Mix ein absoluter Genuss. Im Mix spielt er durch seine Aromen eine harmonische erste Geige. Unser Blücher Baltic Gin ist aromatisch und kraftvoll mit dem vollen Ginaroma, aber trotzdem harmonisch, eindrucksvoll und spannend. Ein Gin, der am Gaumen rangeht wie Blücher.

Death in Paradise Jamaica Rum (42% vol.)
Dunkler Rum aus Jamaika mit einer typischen Aromatik von Weinbrandbohne mit Kaffee, Kakao und Anspielungen von Trockenfrüchten. Diese Rumspezialität reift 5 Jahre in Eichenholzfässern und erlangt dadurch eine ganz besondere Harmonie und Eleganz. Death in Paradise ist ein exemplarisches Beispiel für einen Jamaika-Rum. Er bereitet pur ein großes Trinkvergnügen und ist ein unverzichtbarer Bestandteil von karibischen Cocktailklassikern wie „Dark and Stormy“.

Moby Dick Dominican Rum (40% vol.)
Unser Moby Dick ist im Gegensatz zu seinem Namenspatron ein besonders weicher und eleganter Rum, der 15 Jahre im Solera-System in alten Sherryfässern reifte. Nach seiner Zeit in den Fässern wird dieser Rum ohne Schönung, Filtrierung und Färbung für uns abgefüllt. Moby Dick ist für alle, die einen reifen und samtigen Rum mit einer zarten natürlichen Süße und einer guten Balance aus Frucht und Holz-Aromatik suchen, das flüssige Schätzchen aus der Karibik.

Garifuna Caribbean Rum (40% vol.)
15 Jahre verbrachte dieser Rum aus Nicaragua, dem Lande Sandinos, in Fässern, um sein interessantes Geschmacksbild mit einer spannenden Holzaromatik zu erlangen. Namensgeber sind die afrokaribischen Garifuna, die sich seit dem 17. Jahrhundert ihre Identität im kolonialen Spannungsfeld zwischen Briten und Franzosen bewahren konnten. Nimmt man sich aber die nötige Zeit und lässt sich auf die wilde karibische Schönheit ein, so weiß sie, zu begeistsern und ist ein aufmunternder Begleiter nicht nur zur Zigarre. Unser Garifuna wird ohne Filtration und Färbung abgefüllt.

Die Ahr

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Das Anbaugebiet Ahr gilt mit seinen 560 Hektar Rebfläche als eines der kleinsten in Deutschland. Seit dem Dreißigjährigen Krieg werden an der Ahr vorwiegend rote Sorten kultiviert. Der Name für den 85 Kilometer langen Fluss, welcher auch der Namenspatron für die Weinregion ist, stammt aus keltischer Zeit und leitet sich von „aha“ für Wasser ab. Schon die Römer sollen in dem klimatisch begünstigten Tal, vor der Geburt Christi, Wein gepflanzt haben. Verbrieft ist der Weinbau an der Ahr durch ein Verzeichnis der Benediktiner Abtei in Prüm aus dem Jahre 893. Die Gemeinde Ahrweiler musste später seinem Landesherren, dem Kurfürsten von Köln im 15. Jahrhundert jährlich 30 Fuder Wein liefern. Der Rentmeister des Fürsten suchte sich die 30 besten Fässer persönlich aus. Das war der so genante Kurwein. Nach dem Dreißigjährigen Krieg wurden die nun angebauten roten Burgunder wie Weißwein gekeltert. Diese blassrosa Weine waren unter dem Namen „Ahrbleichert“ bekannt. Ab 1794 war die Gegend französisch und wurde nach dem Wiener Kongress dem Königreich Preussen zugeschlagen. In diesen Zeiten gab es gute und schlechte Momente für den Weinbau an der Ahr. In großer Not schlossen sich 18 Weinbauern im Jahre 1868 in Meyschoß zur ersten Winzergenossenschaft der Welt zusammen. Klimatisch profitiert die kleine vom Rotwein dominierte Region von verschiedenen Faktoren. Zum einen ist die wärmende Wirkung des Rheins im Mündungsgebiet der Ahr wichtig. Am Südrand der Kölner Bucht gelegen wir das Klima hier auch noch vom Golfstrom positiv beeinflusst. Außerdem liegt die Region im Regenschatten der Eifel. Dadurch ist der Niederschlag vergleichsweise gering und es gibt mehr Sonnenstunden. 86 % der Rebfläche an der Ahr sind den roten Rebsorten vorbehalten. In der Region sind heute 42 weiße und 22 rote Rebsorten für den Anbau zugelassen. Neben dem König der Rotweine dem Spätburgunder, der auch unter dem Namen Pinot Noir bekannt ist, gewinnt der Frühburgunder immer mehr an Bedeutung und entwickelt sich zur regionalen Spezialität. Es gehört schon einiges dazu, so hoch im Norden anständige Rotweine zu erzeugen. Doch die Winzer schaffen es immer wieder zu überraschen und so können sich die großen Roten von der Ahr heute mit ihren berühmte Brüdern aus dem Burgund messen und machen im Test oft eine gute Figur. Augenzwinkernd sagt mir ein Ahrwinzer mal: „Es ist schon erstaunlich , was wir an der Südgrenze zu Dänemark für Rotweine hinbekommen“. Mit der Qualität hat er allemal recht.

Frank Schollenberger
Sommelier

Neu im Whiskey-Regal: Clonakilty

Clonakilty Virgin Oak Cask Finish, Blended Whiskey

An den rauen Klippen im Süden Irlands lagern die Fässer für den Clonakilty Virgin Oak Finish Blended Whiskey. Der Whiskey wurde geblendet aus 7 bis 10 Jahre alten im Bourbonfass gereiften Single Malt und Single Grain Whiskey. Nach dem Blenden wurde der Whiskey in die Virgin Oak Casks gegeben, um ihm ein ausgezeichnetes Finish zu verleihen. Durch das Finish erhält der Whiskey nochmals mehr Komplexität und einen tollen Geschmack. Der Whiskey wird in kleinen Chargen geblendet und gefinisht, so dass immer eine hervorragende Qualität sicher gestellt ist.

Clonakilty_Virgin_Oak_Cask_Whiskey_GB_-_Irish_Whiskeys

Alkoholgehalt: Vol.%: 43,6%
Füllmenge: 0,7 Liter
Ursprungsland: Irland
Farbstoff: Nein
Hersteller: Clonakilty Distillery, Dunowen Farm, Ardfield, Clonakilty, Co. Cork P85 K720
Aroma: etwas Würze, Vanille, reife Früchte wie Apfel, Birne, Ananas und Orangenzesten
Geschmack: wieder Würze mit Pfeffer und etwas Ingwer, Getreide und reife Früchte, nussig und geröstetes Holz
Nachklang: mittellang, elegeant mit Würze

GINOMANIA oder GIN(voll) geniessen

Wir hatten es im April ja versprochen uns weiter mit dem Dauerbrenner Gin zu beschäftigen und in loser Folge Wissenswertes rund um die Wacholderspirituose aufzuspüren und zu veröffentlichen.

Gin-Martin-Party

Das zehnjährige Jubiläum unseres ersten Gintastings für das 0381-Magazin im Januar des Jahres 2008 ist ist nun wirklich Grund genug, diesen Faden aufzunehmen und weiterzuspinnen.
Als das 0381-Gin-Kompetenzteam im damaligen Good Fellas ins Rennen ging, um sich dem Thema Wacholderspirituose zu nähren, war an den großen Gin-Boom in Deutschland noch kaum zu denken. Und Marken wie der 2010 ins Leben gerufene Monkey 47, welcher in Deutschland das Thema Gin maßgeblich beeinflusst hat, noch nicht am Start. Heute verlassen von dem Gin mit dem kleinen lustigen Affen auf dem Etikett täglich 25.000 Flaschen die Abfüllanlage und man kann wohl kaum noch von einer Craft-Distillerie sprechen. Der große Erfolg der Marke führte dann im Jahre 2016 dazu, dass der französische Spirituosenkonzern Pernod Ricard einen Mehrheitsanteil an der deutschen Brennerei Black Forest Distillers, welche die Gin-Marke Monkey 47 herstellt, übernimmt. Aktuell hat der Konzern das Produkt in sein Programm eingeordnet und macht den deutschen Gin global bekannt.
Im Jahre 2008 wurden beim 0381-Tasting einige Flaschen geöffnet, die noch heute die Herzen von Ginliebhabern höher schlagen lassen. Das Teilnehmerfeld bildeten folgende Produkte: Gillbey‘s Spezial, Blackwood‘s Vintage 2006 von den Shetland Inseln, Gordons Gin, Lion Heart Gin, Finsbury London Dry Gin, Plymouth dry Gin, Martin Miller‘s Gin, Tanquerry Gin, Brecon Gin aus Wales, The London Gin und Bombay Sapphire.
Bei diesem Tasting an der Ostsee waren schon alle wichtigen Gin-Gattungen mit an Bord.

London Dry Gin
Bei dieser Bezeichnung handelt es sich um keine Herkunftsbezeichnung. Es ist die Bezeichnung eines Stils, der in London geprägt wurde. Heute gelten für einen London Dry Gin strenge Herstellungsvorschriften. Die Aromen dürfen ausschließlich durch Destillation des pflanzlichen Ausgansmaterials bei einer zweiten Destillation gewonnen werden. Nach der zweiten Destillation darf nur Wasser zum Herabsetzen auf Trinkstärke hinzugegeben werden. Das Färben ist ausdrücklich nicht erlaubt. Der Zuckergehalt darf nicht mehr als 0,1g Zucker je Liter des Fertigerzeugnisses betragen.

Dry Gin
Auch dieser Gin darf nicht mehr als 0,1g Zucker je Liter enthalten. Hier sind die Regeln, welche das Aromatisieren betreffen, nicht so streng wie beim London dry Gin. Beim Dry Gin dürfen die Botanicals zu jedem beliebigen Zeitpunkt zugeführt werden, nicht nur vor der Destillation und auf einmal. Außerdem dürfen hier verschiedene naturidentische Farb- und Aromastoffe zugegeben werden, was beim London Dry Gin streng verboten ist. Gemeinsam ist Dry Gin und London Dry Gin die mindestens doppelte Destillation und das Verbot eines Zuckerzusatzes.

Old Tom Gin
ist die alte ursprüngliche Spielart des Gins. Diese Gattung darf gesüßt werden und bezeichnet daher einen grundsätzlich süßeren Styl. Die Bezeichnung ist nicht geschützt und kann daher beliebig verwendet werden.

Plymouth Gin
Hier ist die Herkunft aus der Marine- und Hafenstadt im Südwesten Englands gesetzlich geschützt. Er ist aber auch gleichzeitig ein Markennahme für den einzigen Vertreter dieser Gattung. Im Gegensatz zum London Dry Gin ist er nicht so stark wacholderlastig und zeichnet sich durch eine zarte fruchtige Süße aus, welche ihm eine vollmundige Anmutung verleiht.

New Westernstyle Gin
Unter dieser nicht offiziell geregelten Bezeichnung finden alle Gins ein Dach, die nicht in die anderen Sparten passen. Oft spielt hier nicht der Wacholder die erste aromatische Geige. Viele neue und exotische Vertreter werden hier eingeordnet.

Ginlikör
Der bekannteste Vertreter ist der Sloe Gin. Hier werden Schlehen und Saft verwendet, um einen gezuckerten Likör herzustellen. Der Alkoholgehalt liegt im Normalfall unter 25%. Beim richtigen Gin ist ein Mindestalkoholgehalt von 37,5% vorgeschrieben.

In Deutschland sind zum gegenwärtigen Zeitpunkt mit Sicherheit aktuell weit über 200 alte und neue Ginmarken am Markt aktiv. Hier gilt der Stobbe Gin als älteste Marke. Die Geschichte der Marke reicht bis in das Jahr 1776 zurück. Im Danziger Raum war der Wacholderschnaps unter dem Namen Machandel populär. Im Jahre 2014 kaufte Uta Stobbe nach vielen Irrungen und Wirrungen die Marke für die Familie zurück und lies mit Hilfe der Brennerei Marder aus dem Schwarzwald die Marke wieder aufleben. Der Stobbe Gin überzeugt heute mit kräftigen Wacholdernoten, welche gekonnt mit einem fruchtigen Hauch von schwarzer Johannisbeere und Bergamotte zu einem Gin nach London Dry Art kombiniert wurden.
Auch im Nordosten tut sich etwas und es gibt zwischen Usedom und dem
Schaalsee den einen oder anderen spannenden Wacholderschnaps zu entdecken. Hier haben sich Produkte wie der Müritz Gin, Blücher oder der Oss aus der seit 2010 aktiven Rittmeister Destille in Rostock-Biestow einen Namen bei Ginfreunden gemacht. Dieses Thema werden wir daher sicher in einer der nächsten Ausgaben etwas näher beleuchten.

Frank Schollenberger
Sommelier

 

Bruderherz und Brüderchen

Das Weingut Bicking und Bicking, das sind die Brüder Lukas und Achim die an den Ausläufern des Donnerberges in der Pfalz und dem Hunsrück an der Nahe Wein machen. Sie erzeugen schlanke und fruchtige Weine mit einem Charakter, der vom massiven Kalkstein geprägt wird. Durch alte Fuderfässer von der Mosel erhalten ihre Weine einen feinen Holzton. Seit 2014 führen die Brüder den Betrieb der Familie nunmehr in dritter Generation. Wobei das nicht der Plan der ungleichen Brüder war. Sie rauften sich aber zusammen und jeder bringt seine Stärken und Eigenarten ein, um gemeinsam Wein zu machen.

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Perfekt ergänzen sie sich und schaffen so Weine mit Charakter, die ihre Heimat widerspiegeln.
Dabei arbeiten sie sehr schonend nach dem Leitsatz „Weniger ist mehr“. Eine naturnahe Bewirtschaftung mit möglichst wenigen Eingriffen in den Weinberg beschert den Brüdern nach der selektiven Handlese gesundes Traubenmaterial. Dieses wird dann im Keller sauber und schonend mit einer alten Korbpresse verarbeitet. Die gerne spontan unter Mithilfe der örtlichen Hefen vergorenen Weine werden dann auch behutsam per Schwerkraft geklärt. Um dann nach einer ausgiebigen Ruhe auf der Hefe im großen besagten Holzfass zur Reife zu gelangen. Besonders die Weine vom Gauersheimer Donnerberg sind vom Kalkstein geprägt. Und schon die unkomplizierten und fruchtigen Gutsweine der internen Qualitätspyramide können ihre mineralische Herkunft nicht verleugnen. Diese Weine bereiten beim Trinken großes Vergnügen und machen viel Spaß. Bei den eleganten Ortsweinen des Bruderpaares begeistert die volle Mineralität. Die Spitze mit den Lagenweinen ist expressiv mit Komplexität und einem großen Potential für eine Entwicklung und Reifung. In den Lagen der Bickings – Gauersheimer Goldloch, Albisheimer Heiligenborn, Einselthumer Klosterstück, Stettener Heilgenhäuschen und Zeller Kreuzberg gedeihen Riesling, Grauburgunder, Müller-Thurgau, Spätburgunder, Portugieser, Sauvignon Blanc und Dornfelder. Diese werden sortenrein oder im Cuvee ausgebaut. Die Cuvees tragen die Namen Bruderherz (rose), Brüderchen (weiß) und R‘n‘B (weiß).

Frank Schollenberger
Sommelier