Rostocker Hafenrum – Offizieller Verkaufsstart

Rostocker Hafenrum 2020
Single Cask Banyuls

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Es ist uns eine große Freude, unseren Kunden etwas ganz Besonderes anbieten zu können. In unserer Heimatstadt Rostock gibt es 2020 zwei ganz besondere maritime Jubiläen. In diesem Jahr feiern zwei Rostocker Häfen ihren Geburtstag. Da ist zum einen der Fischereihafen mit dem 70. und der Überseehafen feiert seinen 60. Gründungsjahrestag. Scheinen diese Jubiläen in der Jahrhunderte zählenden Geschichte der Perle an der Ostsee doch sehr jugendlich anzumuten, so waren diese beiden Umschlagplätze in der jüngeren Geschichte der Hansestadt sehr wichtig.

Außerdem haben wir als Weinhandlung Schollenberger in diesem Jahr unser Fasslager im alten Stadthafen von Rostock an der Warnow bezogen. Das ist für uns Grund genug, ein besonderes Fass aufzumachen und abzufüllen.

Ab sofort gibt es bei Schollenberger und befreundeten Händlern unsere limitierte Hafenrumabfüllung aus dem Banyuls-Fass. Es ist sicher nicht alltäglich, dass Rum in einem Banyuls-Fass gelagert wird. Das Ergebnis ist aber wirklich entzückend und hat allen Testern großen Spaß gemacht. Alle, die eine der wenigen Flaschen von 444 ergattern, dürfen sich auf einen ganz besonderen Rum aus dem Hause Schollenbeger freuen. Mit dieser Abfüllung präsentieren wir mit Stolz den ersten Rostocker Hafenrum. Unser Hafenrum erfuhr ein dreijähriges „tropical aging“ in gebrauchten Bourbonfässen auf seiner Heimatinsel Jamaika, um danach 25 Monate per „continental aging“ in Mecklenburg an der Ostseeküste seine Vollendung zu erfahren. Verwendet wurden hierzu ein gebrauchtes Süßweinfass aus der französischen Gemeinde Banyuls-sur-Mer im Département Pyrénées-Orientales in der Region Okzitanien. Sie liegt in der historischen katalanischen Comarca Rosselló. Banyuls (AOC) ist ein französischer Dessert-/Süßwein, der in den Weingärten der kleinen Stadt Banyuls-su-Mer gedeiht und in kleinen Kellereien venifiziert wird. Er darf nur in der Region Languedoc hergestellt werden, wo sich die Berge der Pyrenäen und das Mittelmeer begegnen. In dieser Region befinden sich nur ca. 1400 ha Weinberge im Ertrag. Es handelt sich in jedem Fall um ein ganz besonderes Fass.

Unser Rum aus Jamaika bekommt durch die Reifung eine ganz spezielle fruchtige und weinige Note. Aromen von Tee und Zitrusschalen geben sich ein Stelldichein und kommunizieren mit Karamell, Trockenfrüchten und Schokolade. Und wer sich Mühe gibt, kann auch maritime Anspielungen im Glas erkennen. In jedem Fall kann der Rostocker Hafenrum seine Herkunft nicht verleugnen und spielt auch ein wenig mit seinen alkoholischen Muskeln. Seine 57% sorgen für eine gute Struktur, ohne dass sie den Spass verderben. Ab der 18. KW gibt es das erste Kontingent im Handel. Eine zweite Runde der auf 444 Flaschen limitierten Abfüllung gibt es dann im Mai.

Tastingnotes
In der Nase Aromen von Tee und Zitrusschalen mit typischen Noten von Jamaikarum, am Gaumen Karamell und Trockenfrüchte mit Anspielungen von Schokolade und geschmeidigen Süßweinnoten, stämmig und kraftvoll mit einem weichen, warmen Herz.

Technische Daten
Rostocker Hafenrum 2020
Single Cask Banyuls – Fass

Herkunft: Jamaika WP Pot Still Rum
Reifung: 3 Jahre tropical aging auf Jamaika im Bourbonfass, danach continental aging für 25 Monate im Banyuls-Fass in Mecklenburg an der Ostseeküste
Alkohol: 57% vol.
Auflage: 444 Fl
Preis: 0,50l / 49,95 €
Abfüller: Weinhandlung F. Schollenberger Rostock

Hopfen, Malz, Hefe & Wasser

Wir in Mecklenburg haben es ja eigentlich schon immer gewusst, dass die Norddeutschen die besseren Bierbrauer sind. Denn es gab Zeiten, als selbst der Fürst-Bischof von Würzburg den Bewohnern der angeblichen Bierhauptstatt Deutschlands – München – „uff ewiglich“ das Brauen verbot, weil er die im Vergleich zu den norddeutschen Bierqualitäten grausigen flüssigen Machenschaften aus Bayern satt hatte.

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Dies geschah im Jahre 1434. Obwohl dieses Verbot wohl nur auf dem Papier bestand und es ziemlich schnell von den Münchner Brauerein unterlaufen wurde, hatten es diese sehr schwer gegen die Vormachtstellung der Brauerein aus dem Norden.
Durch die Hanse fanden die norddeutschen Biere nicht nur in Deutschland ihre Konsumenten. So waren die Biere aus Rostock im gesamten Ostseeraum begehrtes Handelsgut und hatten einen guten Ruf.
In Bayern wurde Bier fast nur an den Fürstenhöfen und in den Klöstern getrunken, da die Bevölkerung den eigenen Privatbrauern in Bezug auf die Qualität misstraute. Denn im bayrischen Bier landete so ziemlich alles was dort nicht reingehörte. Deshalb wurde schon im 12. Jahrhundert ein Gesetz zur „Reinhaltung des Bieres“ gefordert. Diese Probleme hatte man in Norddeutschland freilich nicht, denn hier wurden Biere von bester Qualität, auch ohne gesetzliche Reglung, erzeugt.
Um den bayrischen Bierpanschern endgültig das Handwerk zu legen, wurde deshalb auf dem Landständetag zu Ingolstadt am 23. April des Jahres 1516 von Herzog Wilhelm IV. von Bayern und seinem Bruder Ludwig X. verfügt, dass nur Gerstenmalz, Hopfen und Wasser zum Brauen verwendet werden durften. Mit diesem Reinheitsgebot verbesserte sich nun auch die Qualität der Biere aus dem Süden Deutschlands. Nun würzte man nicht mehr mit „den Kopf toll machenden Kräutern“.

Auszug aus dem Reinheitsgebot vom 23. April 1516
„Wie das Pier Summer un Winter aus dem Land sol geschenkt und prauen werden …(…)…das füran allenthalben in unseren stetten märckthen un auf dem lande zu kainem pier merer stückh dan allein gersten, hopfen un wasser genommen un gepraucht solle werdn.(…)“

Was ist Bier?
Bier entsteht durch alkoholische Gärung aus den Zutaten Hopfen, Malz, Hefe und Wasser. Nach dem deutschen Reinheitsgebot darf für untergärige Sorten nur Gerstenmalz verwendet werden. Für obergäriges Bier ist auch die Verwendung von Weizen-, Roggen-, und Dinkelmalz erlaubt. In anderen Ländern und Kulturen werden auch Mais, Reis und sogar Früchte zur Bierherstellung verwendet.

Die Biergattungen
Hier werden die Biere nach ihrem Stammwürzegehalt unterschieden. Der Stammwürzegehalt ist der Extrakt aller aus dem Malz gelösten Bierinhaltsstoffe in der noch nicht vergorenen Würze. Die Stammwürze wird bei der Gärung zu mehr als einem Drittel in Alkohol und Kohlensäure umgewandelt. Der Stammwürzegehalt wird mit der Bierwürzspindel gemessen. Heute unterscheiden wir zwischen Einfachbier mit bis zu 7% Stammwürze, Schankbier mit 7 – 11% Stammwürze, Vollbier mit 11 – 16% Stammwürze und Starkbier mit über 16% Stammwürze.

Obergärige Biere
Die Obergärung ist das alte Verfahren und findet bei einer Temperatur von 15 – 20°C innerhalb von drei bis fünf Tagen statt. Die hier tätigen Hefen steigen nach Beerdigung der Gärung an die Oberfläche. Hierbei entstehen geschmacksintensive und aromatische Biere wie Ale, Altbier, Trapsten-Bier, Porter und Weizenbiere.

Untergärige Biere
Die Untergärung ist heute die wichtigste Technologie zur Bierherstellung. Sie konnte aber erst nach der Erfindung der Ammoniak-Kältemaschine im Jahre 1876 durch Carl von Linde ihren Siegeszug antreten. Hier findet die Gärung zwischen 6 und 8°C innerhalb von sieben bis zehn Tagen statt. Nach der Gärung setzen sich die hier verwendeten Hefen am Boden des Gärbehälters ab. Untergärige Biere sind: Lager, Pilsner, Dortmunder, Malzbier, Märzen, Münchner, Bock, Doppelbock und Rauchbier.

Spontane Gärung
Diese wird in Belgien zur Herstellung von Lambick, Gueuze und Kriek angewendet. In dem besonderen Klima einer südlich von Brüssel gelegenen Region lösen wilde Hefen eine spontane Gärung beim Bier aus.

Frank Schollenberger

Deutsche Weine für Frühlingsgefühle

Seit Mitte der 90er Jahre erfreuen sich Frühlingsweine einer wachsenden Beliebtheit. Diese sind natürlich nicht weinrechtlich definiert. Meist handelt es sich bei den Frühlingsweinen um leichte und frische Weißweine und Roséweine mit einer gewissen Eleganz und der Kombinierbarkeit mit leichter saisonaler Küche wie Spargel, Salaten, Gemüse, Fisch und leichten Fleischgerichten.

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Viele Weintrinker erwarten vom Frühling aus der Flasche etwas belebendes und anregendes. Hier haben die deutschen Weingärten einiges zu bieten und jede Region hat da einige interessante Vertreter im Rebsortenspiegel. Wichtig ist, dass diese Weine wie die schönste Zeit des Jahres nach Frühling schmecken oder zu mindest durch Ihre Frische den Frühling beschwören. Denn in der Regel kommt nach dem Winter die Lust auf Leichtigkeit und Frische. Das spiegelt sich auch in den Temperaturen wieder. Während es auf der Terrasse immer wärmer wird, werden die Weine im Glas immer kühler und leichter. Auch wird mit länger werdenden Tagen eine knackige Säure immer beliebter. Die Mutter aller Frühlingsweine ist der Frühlingsbote aus dem Kaiserstuhl von der WG Oberbergen. Hier im „Burgunderland“ wird ein ganz besonderer Müller-Thurgau gekeltert, der seinem Namen durch Frische, Blütenbukett und Süffigkeit alle Ehre macht. Aber auch ein Weißburgunder aus anderen badischen Weinbergen kann ein guter Tipp sein. Beide Rebsorten machen auch zum Spargel eine gute Figur. Ein bezaubernder Begleiter durch den Frühling kann ein schlanker Silvaner aus Rheinhessen und Franken sein. An der Nahe, der „Probierstube“ Deutschlands, findet man vom Riesling bis zum Spätburgunder als Weißherbst viele spannende Frühlingsweine. Die romantische Bergstraße mit Ihren Winzerdörfern und Burgen und das traditionsreiche Rheingau haben viele interessante knackige Rieslinge für das Frühjahr zu bieten. Etwas verspielter sind die Rieslinge aus dem Moseltal und beweisen mit ihren moderaten Alkoholstärken, dass guter Geschmack nicht vom Alkohol abhängig ist. Wahre Spassmacher für den Lenz sind zurückhaltend und trocken ausgebaute Bukettrebsorten wie Muskateller oder Scheurebe aus pfälzer Rebanlagen. Im Norden bietet das Ahrtal als kleines und feines Rotweingebiet mit tollen Spätburgunder Weißherbsten auch etwas für die Frühlingsmonate und die saisonale Küche. Klein und fein ist auch die Hessische Bergstraße. Aus den Weinbergen am westlichen Rand des Odenwaldes kommen interessante Sauvignon Blancs und Rivaner als Begleiter zur Frühlingsküche von neuen Kartoffeln & Co. Dass im Osten nicht nur die Sonne aufgeht und es hier interessante Weine gibt, hat sich ja schon herumgesprochen. Hier findet der Weinliebhaber für den Frühling frischen trocknen Bacchus und filigranen trocknen Traminer von Saale und Unstrut. Oder auch mit dem Goldriesling einen lebendigen Sachsen aus dem Elbtal. Aus dieser Region stammt auch eine zarte Roséspezialität wie der Schieler. Dieser hat im Alemannischen seine Entsprechung mit dem Badisch Rotgold in Baden und dem Schillerwein im Württembergischen.

Die gegenwärtige Situation lässt ein Genießen mit Freunden oder in der Gastronomie leider nicht zu. Jedoch, der Weinhändler Ihres Vertrauens hält in seinem Geschäft zum Abholen einige Frühlingsweine bereit, liefert aber gerne auch zu Ihnen nach Hause. Außerdem unterstützen Sie mit jeder Flasche Winzer und Händler in der Coronakrise und leisten einen solidarischen Beitrag für einen bunten und regionalen Einzelhandel. Und mal ehrlich, dass Wein hilft, wussten wir doch schon immer. Prost und bleiben Sie gesund!

Frank Schollenberger

King of Tara – Irish Single Malt Whiskey

Dass Irish Whiskey etwas ganz Besonderes ist, ist klar. Und deshalb hat sich die Weinhandlung Schollenberger diesem auf besonders liebevolle Weise angenommen und hat daher aktuell über 70 Qualitäten von der grünen Insel in ihrem Programm. Darüber hinaus schlummern im Lager, hier in Mecklenburg, einige ganz besondere Fässer mit dem flüssigen Gold Irlands.
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Ein Whiskey mit einem ganz besonderem Bezug zur Geschichte Irlands sind die Abfüllungen unter dem Namen „King of Tara“. Der King of Tara Irish Single Malt Whiskey Port Cask Finish verbringt mehrere Monate in kleinen zurückgebauten Portweinfässern in mecklenburgischer Atmosphäre und wird so zu einem weinigen Gaumenschmeichler mit einer betörenden roten Farbe. Hierzu werden vom Küfer Pipas aus Portugal zu kleinen 30 oder 50 Liter fassenden Fässern in Handarbeit zurückgebaut. Die Pipa ist ein an den Enden kegelförmiger Fasstyp mit einem Fassungsvermögen von 534 bis 575 Litern. Diese Fässer werden in Portugal im Durotal traditionell zum Transport und zur Reifung von Portwein verwendet.
Der Single Malt, welcher durch die Reifung in Mecklenburg veredelt wird, stammt aus dem Süden der Republik Irland. Irischer Whiskey hat eine lange Geschichte und die Iren behaupten im Streit mit den Schotten selbstbewusst, dass sie das Wasser des Lebens erfunden haben. Anfang des 19. Jahrhunderts stand der irische Whiskey in einer ähnlich stolzen Blüte wie der Vetter aus Schottland und es gab nicht weniger Brennereien als bei den Nachbarn. In der Regel wurde die Gerste für den irischen Whiskey nicht über Torffeuer gedarrt. Wobei das kein Dogma war und ist.
In Irland muss ein Getreidedestillat mindestens 3 Jahre und einen Tag im Fass reifen, um sich Whiskey nennen zu dürfen. Er kann zweifach oder dreifach destilliert sein. Ebenso wie in Schottland gibt es in Irland Blended- und Maltwhiskeys.
Eine Eigenart des irischen Whiskeys ist der so genannte Irish Pot Still Malt. Dieser wird aus gemälzter und ungemälzter Gerste hergestellt. Ein Großteil des Whiskeys in Irland wird heute als Blend vermarktet, wobei der Anteil von Single Malt an der verkauften Gesamtmenge in den letzten Jahren stetig gestiegen ist.
Auf der grünen Insel findet im Moment eine wahre Whiskeyrevolution statt. So wurden in den letzen 15 Jahren, nach einer langen Zeit der Stagnation, 30 Brennlizenzen vergeben. Und wir dürfen uns auf weitere spannende Brennereien und Produkte freuen.
Der Single Malt Whiskey, welcher im schollenbergerschen Lager in den kleinen Postweinfässern reift, wird mit 41% Alkohol in einer individuellen Flasche abgefüllt, die an einen Bergkegel erinnert.
Namenspatron für die Marke ist der König von Tara. Tara war der legendäre Sitz von sagenumwobenen irischen Hochkönigen und ist einer der meistverehrten Orte in Irland. Schon im 3. Jahrhundert n. Ch. soll hier König Cormac mac Airt ans Licht der Geschichte getreten sein. Aus dem religiös verehrten frühgeschichtlichen Clansitz entwickelte sich ein Krönungsort und Königssitz, deren Besitzer, die südlichen O’Neil, den Anspruch auf die Würde eines Hochkönigs von Irland erhoben. Die ältesten archäologischen Funde beim Hügel von Tara können auf ca. 2700 v. Ch. datiert werden. Heute und auch in der Vergangenheit war Tara ein wichtiges Symbol für irische Identität und Einheit.
Im Südstaaten-Epos „Vom Winde verweht“ trägt die Plantage der irischstämmigen Familie O’Hara in Erinnerung an die alte Heimat den Namen Tara. Der Single Malt King of Tara in der auffälligen Flasche ist eine Reminiszenz an die Seele Irlands.

Tasting Notes
King of Tara Irish Single Malt Whiskey Port Cask Finish
In der Nase zeigen sich süße Getreidenoten mit Anspielungen von roten Früchten und Anklängen von Kirsche. Die Farbe des Whiskeys präsentiert sich in einem weinigen Rot mit rotgoldenen Reflexen. Am Gaumen weich, samtig und rotfruchtig mit einer schmeichelhaften Holznote, die von einem Kräuterton und einer Idee von süßem Lakritz begleitet wird. Auch die Noten von Kirschen setzen sich fort. Angenehmes fruchtiges Mundgefühl mit gut eingebundenem Alkohol , edlen Holzanklängen und weichem Tannin. Eine schöne Anspielung von Vanille und holzigen Gewürzen korrespondiert lebhaft mit der Frucht von Pflaumen und Kirschen. Erinnerungen an Omas Pudding mit Pflaumenkompot werden wach. Im Nachhall angenehm, weich und beständig mit der Aufforderung nach mehr.

Frank Schollenberger