Die Pfalz – Deutschlands Toskana

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Die Weinbauregion Pfalz liegt im Süden des Landes Rheinland-Pfalz und nimmt 5% des Bundeslandes ein. Weinbau wird in der Region seit der Römerzeit betrieben. Nach Rheinhessen (ca. 260 km) ist die Pfalz mit ca. 230 km die zweitgrößte Weinbauregion in Deutschland. Hier pflegen in 350 Weinbergs-lagen 3.500 Winzer Weinreben. Davon sind über 2.000 Betriebe im Haupterwerb tätig. Die Gilde der Pfälzer Weinerzeuger setzen sich aus etwa 1.520 Weingütern sowie 18 Winzergenossenschaften und 11 Erzeugergemeinschaften zusammen. Dazu kommen noch Betriebe, welche ihre Trauben an Kellereien und Genossenschaften verkaufen. Viele von den kleinen Nebenerwerbswinzern liefern Lesegut an die Genossenschaften ab. Die drei größten sind die WG Deutsches Weintor, die Vier Jahreszeiten Winzer und der Winzerverein Hohe Burg. Hier fand in den letzten Jahren ein Konzentrationsprozess statt und es kam zu Zusammenschlüssen und Übernahmen. Von den Weinbergslagen sind 25 sogenannte Großlagen. Mit einer Jahresdurchschnittstemperatur von 11°C und seinem mediterranen Charakter wird die Pfalz von örtlichen Touristikkern auch gern als Toskana Deutschlands bezeichnet. Das Weinbaugebiet besteht aus zwei gleichgroßen Bereichen. Hier an der Südlichen Weinstraße und an der Mittelhaardt-Deutsche Weinstraße gibt es 144 Weinbauortschaften. Die 7 wichtigsten Weinbaugemeinden sind Landau, Neustadt, Billigheim-Ingenheim, Bad Dürkheim, Kirrweiler, Edesheim, Deidesheim und Wachenheim. Dominiert wird der pfälzer Rebsortenspiegel von Weißweinen. Mit diesen sind 60% der Rebfläche in der Region belegt. Aktuell sind in der Region 64 Weißweinrebsorten und 62 Rotweinrebsorten für den Qualitätsweinbau zugelassen. Dabei dominiert bei den weißen Rebsorten Riesling gefolgt von Müller-Thurgau und Silvaner. An einigen Standorten haben sich die Bukettrebsorten Gewürztraminer, Morio-Muskat und Scheurebe als Spezialitäten etabliert. Bei den Roten lag traditionell der pflegeleichte Portugieser vorne. Aus dieser Rebsorte werden hier süffige Schoppenweine und Weißherbste erzeugt, die oft zur regionalen Spezialitätenküche gereicht werden. In den Letzten 25 Jahren wurde dem Portugieser aber vom Dornfelder der Rang abgelaufen. Dieser wurde zur Moderebsorte und überzeugte Winzer und Verbraucher als früh reifer und farbintensiver Massenträger mit mediterranem Charakter. Den 3. Platz belegt – durch eine Verbesserung der Qualitäten in den letzten Jahren – der Spätburgunder. Hier gibt es heute einige interessante Hochkaräter von ambitionierten Winzern. Weitere rote Rebsorten von Bedeutung sind bedingt durch den Klimawandel Cabernet Sauvignon, Regent, Merlot und St. Laurent. Neben dem Scharm einer Weinbauregion mit ihren romantischen Winzerdörfern, hat die Region einiges mehr zu bieten. Hier sind neben einer Vielzahl von Weinfesten, für die der Dürkheimer Wurstmarkt exemplarisch steht, das Riesenfass von Bad Dürkheim, der Herrenhof des Malteserordens in Neustadt-Mußbach, das historische Museum der Pfalz in Speyer und der Pfälzer Wald gennant. Ein Besuch in der Pfalz lohnt sich daher nicht nur in Sachen Wein. Wobei es den guten Wein aus der Pfalz natürlich auch beim örtlichen Weinhändler des Vertrauens gibt.

Frank Schollenberger
Sommelier

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