Clonakilty Distillery – Whiskey von den Klippen im Süden

Die neue Brennerei wurde Anfang März 2019 von der Familie Scully im kleinen Küstenstädtchen Clonakilty im County Cork in Betrieb genommen. Gelegen an der Touristenroute N71 von Cork City über Skibbereen und Kenmare nach Killarney im Country Kerry gehört der Ort mit seiner lebendigen Musikszene verbrieft zu den lebenswertesten Orten der Welt.

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Im Jahr 2000 war Clonakilty der Gesamtsieger und irischer Gewinner der Goldmedaille in der Kategorie Villages (für Orte bis zu 10.000 Bewohner) im europäischen Wettbewerb „Etente Florale Europe“, 2001 gewann Clonakilty beim LivCom-Award den Titel „Lebenswerteste Stadt der Welt für Orte bis 20.000 Einwohner“ und errang 2006 im selben Wettbewerb eine Silbermedaille. Im November 2016 wurde Clonakilty zur besten Stadt in Großbritannien und Irland bei den Urbanism Awards 2017 gewählt. Dem 4.500 Einwohner zählenden Ort wurde 2003 als erster irischer Stadt der Status „Fairtrade Town“ (Stadt des fairen Handels) verliehen.
Die Familie Scully baut nunmehr seit 8 Generationen zu Füssen des malerisch gelegenen Galley-Head-Leuchtturms Gerste an. Besonders begünstigt wird der Anbau von Gerste hier an der Atlantikküste durch das fast mediterrane Klima. Die Gerste besitzt dadurch eine ganz besondere Qualität und Aroma und eignet sich sehr gut zur Herstellung von Whiskey. Die Gerstenfelder für den Whiskey der Familie Scully liegen direkt am Meer auf dem Weg zum Gally-Head-Leuchtturm. Ein besonderes Feld befindet sich vom Meer umspühlt zwischen zwei Klippen. Hier hat die salzige Luft besonders viel Einfluss auf die Gerste.
Über Besuch in der Brennerei freut sich die Inhaberfamilie und führt mehrmals täglich Führungen in der Brennerei durch. Eine imposante Besonderheit der Brennerei ist die große Glasfront, in der die drei Pot Stills platziert sind. Auf diesen Pot Stills wird Single Malt und Single Pot Still produziert. Direkt daneben wurde die Gin Still platziert, auf dieser wird der Mink Gin produziert. Am Ende jeder Tour können die Brände aus der Destille in der eigenen Bar probiert werden.
Das Wahrzeichen der Destillerie ist die Walflosse der Minke Wale, die sich im Atlantik tummeln. Nach denen wurde auch der Gin benannt. Eine weitere Besonderheit der Destillerie ist das Lagerhaus.
Da die Familie Scully über Land rund um den Gally-Head-Leuchtturm und die dazugehörigen Klippen verfügt, konnten sie sich auch einen besonderen Standort für ihr Lagerhaus an der Küste aussuchen. Das Lagerhaus wurde direkt auf einer Klippe erbaut. Vom Lagerhaus aus kann man daher direkt auf das Meer blicken und die Fässer atmen die salzige Luft der Küste. Hier dürfen wir gespannt sein, wie sich dies auf die Fässer und den Whiskey auswirkt. Bis der erste eigene Whiskey abgefüllt werden darf, gibt es aus der Clonakilty Distillery unabhängige Abfüllungen. Hier konzentriert man sich auf verschiedene Finishes.

Clonakilty Virgin Oak Cask Finish, Blended Whiskey
Der Whiskey wurde geblendet aus 7 bis 10 Jahre alten im Bourbonfass gereiften Single Malt und Single Grain Whiskey. Nach dem Blenden wurde der Whiskey in die Virgin Oak Casks gegeben, um ihm ein ausgezeichnetes Finish zu verleihen. Durch das Finish erhält der Whiskey nochmals mehr Komplexität und einen tollen Geschmack. Der Whiskey wird in kleinen Chargen geblendet und gefinisht, so dass immer eine hervorragende Qualität sicher gestellt ist.

Clonakilty Single Grain Bordeaux Finish, Blended Whiskey
Ein 8 Jahre alter Single Grain Whiskey, der eine Nachreifung in einem Bordeaux Cask, in dem Lagerhaus an den Klippen, durchmachte. Durch das Finish erhält der Whiskey nochmals mehr Komplexität und einen tollen Geschmack. Der Whiskey wird in kleinen Chargen gefinisht und abgefüllt, so dass immer eine hervorragende Qualität sicher gestellt ist.

Clonakilty Port Cask Finish, Blended Whiskey
Der Whiskey wurde geblendet aus 7-10 Jahre alten im Bourbonfass gereiften Single Malt und Single Grain Whiskeys. Nach dem Blenden, wurde der Whiskey in das Port Wine Cask gegeben, um ihm ein ausgezeichnetes Finish zu verleihen. Im Glas besticht der Whiskey durch seine tolle Farbe. Das Portweinfass hat ihm einen tollen Rotton verliehen. Das aktuelle Bottling besteht aus nur 3 Fässern und ergab 1.000 Flaschen und ist daher streng limitiert.

Minke Irish Gin
Inspiriert von den Minke Walen, majestätischen Kreaturen, die an der Atlantikküste beheimatet sind. Genau diese Atlantikküste ist auch das zu Hause des einzigartigen Botanicals, das Minke Gin sein einzigartiges Geschmacksprofil verleiht. Rock Samphire, Meerfenchel, wir direkt von der Familie Scully an der Küste von Hand und nur während der Saison geerntet. Es ist aufwendig, doch der Aufwand lohnt sich! Er gibt dem Gin ein besonderes Aroma und fügt sich wunderbar in die anderen ausgewählten Botanicals. Zitrus, Anissamen und eine Gewisse Leichtigkeit verleihen eine frische, milde und raffinierte Erfrischung. Die Alkoholbasis des Minke Gin ist Molke. Diese wird auf der familieneigenen Farm produziert. Durch die Molke erhält der Gin eine samtige Textur und ein schönes Mundgefühl.

Frank Schollenberger

Die Pfalz – Deutschlands Toskana

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Die Weinbauregion Pfalz liegt im Süden des Landes Rheinland-Pfalz und nimmt 5% des Bundeslandes ein. Weinbau wird in der Region seit der Römerzeit betrieben. Nach Rheinhessen (ca. 260 km) ist die Pfalz mit ca. 230 km die zweitgrößte Weinbauregion in Deutschland. Hier pflegen in 350 Weinbergs-lagen 3.500 Winzer Weinreben. Davon sind über 2.000 Betriebe im Haupterwerb tätig. Die Gilde der Pfälzer Weinerzeuger setzen sich aus etwa 1.520 Weingütern sowie 18 Winzergenossenschaften und 11 Erzeugergemeinschaften zusammen. Dazu kommen noch Betriebe, welche ihre Trauben an Kellereien und Genossenschaften verkaufen. Viele von den kleinen Nebenerwerbswinzern liefern Lesegut an die Genossenschaften ab. Die drei größten sind die WG Deutsches Weintor, die Vier Jahreszeiten Winzer und der Winzerverein Hohe Burg. Hier fand in den letzten Jahren ein Konzentrationsprozess statt und es kam zu Zusammenschlüssen und Übernahmen. Von den Weinbergslagen sind 25 sogenannte Großlagen. Mit einer Jahresdurchschnittstemperatur von 11°C und seinem mediterranen Charakter wird die Pfalz von örtlichen Touristikkern auch gern als Toskana Deutschlands bezeichnet. Das Weinbaugebiet besteht aus zwei gleichgroßen Bereichen. Hier an der Südlichen Weinstraße und an der Mittelhaardt-Deutsche Weinstraße gibt es 144 Weinbauortschaften. Die 7 wichtigsten Weinbaugemeinden sind Landau, Neustadt, Billigheim-Ingenheim, Bad Dürkheim, Kirrweiler, Edesheim, Deidesheim und Wachenheim. Dominiert wird der pfälzer Rebsortenspiegel von Weißweinen. Mit diesen sind 60% der Rebfläche in der Region belegt. Aktuell sind in der Region 64 Weißweinrebsorten und 62 Rotweinrebsorten für den Qualitätsweinbau zugelassen. Dabei dominiert bei den weißen Rebsorten Riesling gefolgt von Müller-Thurgau und Silvaner. An einigen Standorten haben sich die Bukettrebsorten Gewürztraminer, Morio-Muskat und Scheurebe als Spezialitäten etabliert. Bei den Roten lag traditionell der pflegeleichte Portugieser vorne. Aus dieser Rebsorte werden hier süffige Schoppenweine und Weißherbste erzeugt, die oft zur regionalen Spezialitätenküche gereicht werden. In den Letzten 25 Jahren wurde dem Portugieser aber vom Dornfelder der Rang abgelaufen. Dieser wurde zur Moderebsorte und überzeugte Winzer und Verbraucher als früh reifer und farbintensiver Massenträger mit mediterranem Charakter. Den 3. Platz belegt – durch eine Verbesserung der Qualitäten in den letzten Jahren – der Spätburgunder. Hier gibt es heute einige interessante Hochkaräter von ambitionierten Winzern. Weitere rote Rebsorten von Bedeutung sind bedingt durch den Klimawandel Cabernet Sauvignon, Regent, Merlot und St. Laurent. Neben dem Scharm einer Weinbauregion mit ihren romantischen Winzerdörfern, hat die Region einiges mehr zu bieten. Hier sind neben einer Vielzahl von Weinfesten, für die der Dürkheimer Wurstmarkt exemplarisch steht, das Riesenfass von Bad Dürkheim, der Herrenhof des Malteserordens in Neustadt-Mußbach, das historische Museum der Pfalz in Speyer und der Pfälzer Wald gennant. Ein Besuch in der Pfalz lohnt sich daher nicht nur in Sachen Wein. Wobei es den guten Wein aus der Pfalz natürlich auch beim örtlichen Weinhändler des Vertrauens gibt.

Frank Schollenberger
Sommelier

Scharfe Sache!

Ankermesser für Seeleute, Fischer und Gentlemen

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Heute sind sie ein Accessoires von Gentlemen und richtig angesagt. Früher waren sie Werkzeug und unverzichtbarer Begleiter von Fischern und Seeleuten. Ankermesser aus Solingen von Otter- und Löwenmesser erleben im Moment eine Renaissance, sind dabei wahre Trendsetter und Handschmeichler. Funktionalität und schlichte Eleganz machen die Ankermesser zu einem echten Blickfang. Der in den Holzgriff eingelassene Messinganker ist ihr Markenzeichen und signalisiert höchste Handwerkskunst bei der Herstellung von Messern. Hierbei befindet sich der Anker bei Otter am unteren Ende des Griffs. Bei den Löwenmessern hingegen ist er im oberen Teil des Griffes eingelassen. In Verbindung mit dunklen Griffschalen aus edlem Holz oder hellen aus Knochen bildet er einen interessanten Kontrast. Am Ende des Griffs befindet sich ein Loch mit einer Kordel oder einem Lederband welches um das Handgelenk gelegt wird und ein Verlieren auch bei schwerer See verhindert. Die Klinge ist eine Hufklinge, welche sich besonders bei ziehenden Schnitten bewährt.

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Das Ankermesser war durch seine robuste Bauweise und die praktische Klingenform in der Vergangenheit ein geschätztes Arbeitsmesser auf hoher See oder im Hafen. Selbst zum Durchtrennen starker Taue und Tampen mit Hilfe eines Holzschäkels war es zu gebrauchen. Mit dem Schäkel wurde auf den Klingenrücken geschlagen und schon war das Seil gekappt. Eine Spitze hatte das Messer der Seeleute nicht, so war die Verletzungsgefahr in rauer See geringer. Für den Anker im Griff wird die Form in das Holz oder Knochen gefräst, dann wird das seemännische Symbol aus Messing im Griff vernietet. Nach dem Schleifen bilden Anker und Griff dann eine Einheit. Natürlich war dieses praktische Messer sehr beliebt bei den Fahrensleuten und die Nachfrage daher sehr hoch. Und so ist es nicht verwunderlich, dass es von vielen Solinger Firmen hergestellt wurde. Heute wird die Tradition durch die Familienbetriebe Otter- und Löwenmesser hochgehalten. Durch die Handwerkskunst und Verwendung hochwertiger Materialien ist ein Ankermesser ein ganz besonderes Taschenmesser und ein Stück maritimer Tradition. Was früher ein wichtiger Begleiter der Seeleute war, ist heute ein Trendprodukt für Sammler, Gentlemen, Dandys und Freunde von nachhaltiger Wertarbeit mit Seefahrerromantik.

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In unserer Region an der Ostsee hatten die robusten Messer aus Solingen immer einen guten Namen und fanden auch zur DDR-Zeiten Ihren Weg auf die Schiffe von DSR und Fischfangflotte. Die Höhscheider Firma Berens vertrieb ab Mitte des 19. Jahrhunderts die maritimen Solinger Messer in alle Welt. Besonders die Messer der Manufaktur Otter und die Löwenmesser von C. Lütters & Cie waren bei Seeleuten so beliebt, dass die Begriffe Otter- und Löwenmesser zum Synonym für Ankermesser auf allen Weltmeeren wurden. Und so ist belegt, dass in den 50er Jahren durch den Vertrieb von Berens auch Messer in die DDR verkauft wurden und hier auf den Schiffen der Flotten in Gebrauch waren.
Und gerade auf den Schiffen der Deutschen Demokratischen Fangflotte waren die scharfen Solinger sehr beliebt und wurden hier in der Produktion nicht nur zum Filetieren auf allen Meeren eingesetzt.
Auch heute noch machen viele gefangene Fische Bekanntschaft mit Solinger Arbeitsmessern. Die beiden Unternehmen beliefern aktuell maritime Kundschaft wie Küstenfischer. Dabei gehen zum Beispiel 40 Prozent der Produktion der 1840 gegründeten Manufaktur Lütters & Cie als Löwenmesser nach Skandinavien und Großbritannien und sind hier ein unverzichtbarer Helfer beim Schlachten und Ausnehmen von Fischen. Von den heute 60.000 jährlich in Handarbeit bei Löwen produzierten Messern geht ein weiterer großer Teil als Matrosen, Kehl- oder Dorschmesser in den Mittelmeerraum und bis nach Namibia. Aktuell gibt es die Produkte der beiden Solinger Messerschmieden auch wieder in Rostock. In der Weinhandlung Schollenberger im Barnstorfer Weg 22 kann Mann und Frau maritime Taschenmesser, neben anderen hochwertigen Manufakturwaren, erwerben.

Frank Schollenberger