Angelina Schmücker

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Als Ruhrgebietspflanze wurde die junge Angelina von ihren Eltern nach Rheinhessen verpflanzt und wusste nichts vom Wein. Hier angekommen, wurde ihr die rheinische Lebensart schnell zu eigen. Zum guten Essen gab es natürlich immer einen guten Schoppen. Aber von der Idee, Winzerin zu werden war Angelina da noch weit entfernt. Daher absolvierte Sie mit der Idee, ein Studium dranzuhängen, erst einmal eine Lehre als Industriekauffrau. Schon in der Schulzeit arbeitete sie nebenbei auf einem befreundeten Weingut und bekam so eine Idee von ihrem Traumberuf. So war es nur logisch, dass sie mutig eine Winzerlehre dranhängte und danach in Geisenheim Weinbau und Oenologie studierte. Ohne eigenes Weingut kann die Jungwinzerin heute bei einem befreundeten Weingut in Biebelsheim ihren Traum leben und hier im Keller arbeiten und mit großem Vertrauen auch auf die Trauben der Weinberge zurückgreifen. Für diese Zusammenarbeit ist die junge Winzerin sehr dankbar, denn nicht jeder Kellermeister lässt jemanden einfach so in seinem Keller rumwerkeln. Dies spricht in jedem Fall für große Sympathie und Vertrauen. Die Herstellung von Wein ist für Angelina ein Zusammenspiel aus Terroir, Handwerk und Genuss! Terroir ist für Angelina der Boden, der den Wein prägt und das Klima, welches entscheidend für die Entwicklung und die Reife der Trauben ist. „Jeder Weinberg hat sein eigenes Klima. Der erste Grundsatz in meiner Ausbildung zur Winzerin, den ich gelernt habe, war, was der Winzer im Weinberg versäumt, zu wenig oder zu viel macht, kann man im Keller nicht wieder gut machen. Hinter diesem Leitsatz stehe ich! Wein ist ein Naturprodukt und man muss mit der Natur zusammenarbeiten und sie respektieren, denn ohne sie kann selbst der bester Winzer keinen Wein herstellen. Auch wenn Wein für mich ein Naturprodukt ist, ist das Handwerk für den Wein und die Qualität eine ebenso wichtige Eigenschaft. Hat man im Weinberg gute Vorarbeit geleistet, sind für die Kellerarbeit die Weichen gestellt und es geht nur noch ans „Finetuning“. Neue Technologien verbunden mit Tradition, das ist für mich maßgeblich wichtig für das Winzer-Handwerk, nie still stehen und sich immer weiterbilden… Und zum Schluss, das wirklich Wichtige für den Kunden – es muss schmecken! Da bringt einen größtes fachliches Know-how und das komplexe Erklären von Wein mit tausend Fachwörtern auch nicht weiter, wenn der Wein nicht einfach schmecken kann“! Im Moment gibt es aus dem Hause Schmücker vier weiße Weine. „Verschnittche“, ein freches und unkompliziertes Cuvee aus Müller, Silvaner und Sauvignon, das Lust auf mehr macht. Einen sexy Müller-Thugau mit Maischestandzeit und Schönheitsschlaf auf der Hefe mit exotischer Aromatik und gutem Trinkfluss. Einen ausdrucksstarken Grauen Burgunder, der mit Schmelz und Eleganz verzaubert. Sowie einen Amphorenwein aus Müller, der nach dem Pressen zur Gärung in die Amphore gelegt wurde und nun seine Persönlichkeit perfekt zur Geltung bringt und die Handschrift der Winzerin widerspiegelt.

Frank Schollenberger
Sommelier

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Neu in unseren Läden: Die Weine vom Chateau Schembs

Chateau-Schembs

Arno Schembs sagt: „Die ältesten Artefakte in unserem Weingut sind ein sehr aufwändig gearbeiteter hölzerner Handwerkszirkel mit der Jahreszahl 1704 und ein handschriftliches Dokument über den Verkauf von Wein aus dem Jahr 1644.
Handwerk, Handschrift und Wein prägen meine Arbeit bis heute.
Seit Beendigung meines Studiums in Geisenheim 1987 kümmere ich mich um den Weinbau auf unserem Gut.
Mittlerweile gehören uns Reben in der historischen Originallage Wormser Liebfrauenstift -Kirchenstück- und einige denkmalgeschützte Häuser in Herrnsheim, der ehemaligen Residenz der Freiherren zu Dalberg.
Durch meine Liebe zu Tradition, Geschichte, alten Häusern und Wein konnte ich 2006 Teile des Herrnsheimer Schlosses übernehmen, dem heutigen Sitz von CHATEAU SCHEMBS.“

Neu: Unsere Miniaturen (0,2l)

Miniaturen

Blücher Baltic Gin (45% vol.)
Der Blücher Gin präsentiert sich kraftvoll mit einer Note von Koriander, Piment und Wacholder. Er ist pur und im Mix ein absoluter Genuss. Im Mix spielt er durch seine Aromen eine harmonische erste Geige. Unser Blücher Baltic Gin ist aromatisch und kraftvoll mit dem vollen Ginaroma, aber trotzdem harmonisch, eindrucksvoll und spannend. Ein Gin, der am Gaumen rangeht wie Blücher. Durch die 4- fache Destillation entsteht dieser besonders trockene und runde Baltic Gin.

Death in Paradise Jamaica Rum (42% vol.)
Dunkler Rum aus Jamaika mit einer typischen Aromatik von Weinbrandbohne mit Kaffee, Kakao und Anspielungen von Trockenfrüchten. Diese Rumspezialität reift 5 Jahre in Eichenholzfässern und erlangt dadurch eine ganz besondere Harmonie und Eleganz. Death in Paradise ist ein exemplarisches Beispiel für einen Jamaika-Rum. Er bereitet pur ein großes Trinkvergnügen und ist ein unverzichtbarer Bestandteil von karibischen Cocktailklassikern wie „Dark and Stormy“.

Moby Dick Dominican Rum (40% vol.)
Unser Moby Dick ist im Gegensatz zu seinem Namenspatron ein besonders weicher und eleganter Rum, der 15 Jahre im Solera-System in alten Sherryfässern reifte. Nach seiner Zeit in den Fässern wird dieser Rum ohne Schönung, Filtrierung und Färbung für uns abgefüllt. Moby Dick ist für alle, die einen reifen und samtigen Rum mit einer zarten natürlichen Süße und einer guten Balance aus Frucht und Holz-Aromatik suchen, das flüssige Schätzchen aus der Karibik.

Garifuna Caribbean Rum (40% vol.)
15 Jahre verbrachte dieser Rum aus Nicaragua, dem Lande Sandinos, in Fässern, um sein interessantes Geschmacksbild mit einer spannenden Holzaromatik zu erlangen. Namensgeber sind die afrokaribischen Garifuna, die sich seit dem 17. Jahrhundert ihre Identität im kolonialen Spannungsfeld zwischen Briten und Franzosen bewahren konnten. Nimmt man sich aber die nötige Zeit und lässt sich auf die wilde karibische Schönheit ein, so weiß sie, zu begeistsern und ist ein aufmunternder Begleiter nicht nur zur Zigarre. Unser Garifuna wird ohne Filtration und Färbung abgefüllt.

Die Ahr

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Das Anbaugebiet Ahr gilt mit seinen 560 Hektar Rebfläche als eines der kleinsten in Deutschland. Seit dem Dreißigjährigen Krieg werden an der Ahr vorwiegend rote Sorten kultiviert. Der Name für den 85 Kilometer langen Fluss, welcher auch der Namenspatron für die Weinregion ist, stammt aus keltischer Zeit und leitet sich von „aha“ für Wasser ab. Schon die Römer sollen in dem klimatisch begünstigten Tal, vor der Geburt Christi, Wein gepflanzt haben. Verbrieft ist der Weinbau an der Ahr durch ein Verzeichnis der Benediktiner Abtei in Prüm aus dem Jahre 893. Die Gemeinde Ahrweiler musste später seinem Landesherren, dem Kurfürsten von Köln im 15. Jahrhundert jährlich 30 Fuder Wein liefern. Der Rentmeister des Fürsten suchte sich die 30 besten Fässer persönlich aus. Das war der so genante Kurwein. Nach dem Dreißigjährigen Krieg wurden die nun angebauten roten Burgunder wie Weißwein gekeltert. Diese blassrosa Weine waren unter dem Namen „Ahrbleichert“ bekannt. Ab 1794 war die Gegend französisch und wurde nach dem Wiener Kongress dem Königreich Preussen zugeschlagen. In diesen Zeiten gab es gute und schlechte Momente für den Weinbau an der Ahr. In großer Not schlossen sich 18 Weinbauern im Jahre 1868 in Meyschoß zur ersten Winzergenossenschaft der Welt zusammen. Klimatisch profitiert die kleine vom Rotwein dominierte Region von verschiedenen Faktoren. Zum einen ist die wärmende Wirkung des Rheins im Mündungsgebiet der Ahr wichtig. Am Südrand der Kölner Bucht gelegen wir das Klima hier auch noch vom Golfstrom positiv beeinflusst. Außerdem liegt die Region im Regenschatten der Eifel. Dadurch ist der Niederschlag vergleichsweise gering und es gibt mehr Sonnenstunden. 86 % der Rebfläche an der Ahr sind den roten Rebsorten vorbehalten. In der Region sind heute 42 weiße und 22 rote Rebsorten für den Anbau zugelassen. Neben dem König der Rotweine dem Spätburgunder, der auch unter dem Namen Pinot Noir bekannt ist, gewinnt der Frühburgunder immer mehr an Bedeutung und entwickelt sich zur regionalen Spezialität. Es gehört schon einiges dazu, so hoch im Norden anständige Rotweine zu erzeugen. Doch die Winzer schaffen es immer wieder zu überraschen und so können sich die großen Roten von der Ahr heute mit ihren berühmte Brüdern aus dem Burgund messen und machen im Test oft eine gute Figur. Augenzwinkernd sagt mir ein Ahrwinzer mal: „Es ist schon erstaunlich , was wir an der Südgrenze zu Dänemark für Rotweine hinbekommen“. Mit der Qualität hat er allemal recht.

Frank Schollenberger
Sommelier