Schwarzriesling oder Müllerrebe

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Mit dem deutschen Weißweinklassiker Riesling hat diese rote Rebsorte, die auch unter den Decknamen Müllerrebe oder Pinot Meunier bekannt ist, nichts zu tun. Nur die Silhouette der Traube in Wuchs und Form erinnert etwas an den König der deutschen Weißweine. Seine ursprüngliche Heimat hat diese Rebsorte mutmaßlich im Burgund. Zusammen mit Rebsorten wie Grauburgunder, Weißburgunder und Spätburgunder wird der Schwarzriesling zu den Burgunderrebsorten gezählt. In seiner alten Heimat ist er heute aber nicht mehr anzutreffen. Man geht davon aus, das es sich beim Schwarzriesling um eine Mutation des Spätburgunders (Pinot Noir) handelt. Erste Erwähnung der Rebsorte führen in das 16. Jahrhundert zurück. In Deutschland wird diese Rebsorte besonders gerne im Württembergischen angebaut. Geschmacklich erinnert der Schwarzriesling an Spätburgunder. Er stellt aber im Vergleich zur edelsten deutschen Rotweinrebsorte nicht so große Ansprüche an den Standort. Die pflegeleichte Rebsorte bringt besonders auf kräftigen Löß- und Lehmböden erfreuliche Ergebnisse hervor. Der späte Austrieb schützt die Rebe vor den Frösten im Mai. Eine geringe Anfälligkeit gegen Verrieselung sorgt für eine sichere Ertragslage. Mit einer geringen Säure und mittleren Mostgewichten erreicht der Schwarzriesling aber nicht ganz die Klasse des Spätburgunders. Kräftige Varianten sind aber eine interessante Alternative zu manchem roten Burgunder und passen zu Fleischgerichten von Schwein und Lamm sowie zu milden Käsesorten. Ähnlich wie der Spätburgunder gehört der Schwarzriesling zu den leichten und eleganten Rotweinen. Im Württembergischen ist der Wein als Schoppenwein sehr beliebt. Hier gibt es den Wein als trockene Qualität und mit Restzucker in fruchtig. Aber auch im Norden Badens, in Franken, Rheinhessen und der Pfalz ist er in den Weinbergen zu hause. Die Bezeichnung Müllerrebe bezieht sich auf die stark behaarten Blätter und Triebspitzen, die wie mit Mehl bestäubt aussehen. In der Champagne erfreut sich die Rebsorte mit einem Anteil von 30% an der Rebfläche großer Beliebtheit und bildet gemeinsam mit Chardonnay und Pinot Noir das Rückrat der Champagnerproduktion. Weiß gekeltert ist er oft Bestandteil der edlen Schaumweine.

Frank Schollenberger
Sommelier

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