Nachhaltig unter Segeln transportierter Wein zur Hansesail 2017

 

Nun ist es endlich geschafft – die Bioweine von der Domain Boucabeille in Frankreich wurden gestern, am Mittwoch den 12. Juli, nach großen Anstrengungen, in Le Havre auf die Schonerbrigg „Tres Hombres“ verladen und haben mit Windkraft ihre Reise nach Rostock angetreten. Über die Stationen Den Helder in den Niederlanden, Kopenhagen und Bornholm in Dänemark kommt unser Hansesail-Wein dann voraussichtlich unbeschadet zur Sail in Rostock an. In Den Helder übernimmt dann der Segler Nordlys (norwegisch für „Nordlicht“) den Wein und bringt ihn nach Rostock. Diese Weine werden dann auf der Hansesail im Fairtradebereich im Stadthafen und auf unseren Ausfahrten mit der Kehrwieder am 10. August (Dampfboot) und am 11. August (Winzerboot) von uns ausgeschenkt. Außerdem gibt es diese limitierten Weine dann auch in den Schollenbegerschen Weinhandlungen in Bad Doberan und Rostock. Die „Tres Hombres“ ist eine Schonerbrigg mit bewegter Geschichte, die 1943 auf der Burmester-Werft in Swinemünde auf Usedom gebaut wurde und nun im emissionsfreien Frachtdienst Waren transportiert. Die drei Freunde, welche das Projekt stemmen, wollen so die wirtschaftliche Lebensfähigkeit des nachhaltigen Transportes unter Segeln beweisen. Im Moment werden mit der Tres Hombres und der Nordlys zwei Segelschiffe durch die Partenrederij Tres Hombres S.A. für den Transport eingesetzt. Die Tres Hombres ist das einzige Segelschiff, welches im Frachtverkehr zwischen Europa und der Neuen Welt, im Liniendienst, unterwegs ist. Für uns als Weinhändler ist neben der Nachaltigkeit auch die Frage einer besonderen Reifung des Weins sehr interessant. Denn Bewegung beschleunigt den Prozess der Reifung bei Wein und Spirituosen. Auf dem Segelschiff herrscht durch die Dünung ja eine ganz besondere Bewegung, bei der wir hoffen, dass sie den Wein besonders geschmeidig macht. Wir als Weinhandlung Schollenberger sind sehr gespannt und freuen uns auf diese interessanten roten und weißen Tropfen zur Hansesail 2017 im Rostocker Stadthafen.

Frank Schollenberger
Sommelier

Domaine Boucabeille

Der Wein von Jean Boucabeille – Domaine Boucabeille

„Es hat irgendwann aufgehört zu regnen“, das war eine der kurzen und prägnanten Informationen, die uns Jean Boucabeille über seine Arbeit gab, als wir ihn 2011 auf der großen Bioweinmesse in Montpellier kennenlernten.
Jetzt wird das Wetter schön, denkt man. Für Jean Boucabeille verbarg sich hinter dieser freundlichen Aussage allerdings eine schwere Realität. Für die Winzer des Roussillon hatte es nämlich schon vor 3-4 Jahren aufgehört zu regnen. Seitdem sind die Regenfälle bis auf wenige Ausnahmen ausgeblieben, bzw. wenn sich das Wetter mal anschickte, regnerisch zu werden, goss es gleich wie aus Eimern. So wie im Sommer 2011, wo der so wichtige Boden einfach weggespült wurde. Die schon immer geringen Erträge der knorrigen Reben auf den kargen Schieferböden haben sich in den vergangenen Jahren noch einmal mehr als halbiert. Nur 15-20 hl Wein je Hektar werden hier erwirtschaftet. Vor einigen Jahren waren es noch doppelt soviel. Davon konnte man gut leben, sagt Jean Boucabeille, und das war wohl auch die Idee als er vor einigen Jahren das Weingut von seinem Vater übernahm und seinen erlernten Beruf an den Nagel hing.
Der Vater Régis Boucabeille betrieb das Weingut eher als enthusiastisches Hobby, verdiente sein Geld aber in der freien Wirtschaft. Régis rekultivierte in mühevoller Handarbeit Ende der 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts sein frisch erworbenes Land. Er hatte sich schlicht in den Boden, in die Landschaft und in den weiten Blick auf das am Horizont sichtbare Meer verliebt. Aber zurück in die Gegenwart: angesichts der dramatisch niedrigen Erträge sind die Weine noch gehaltvoller geworden und sind von ungestümer Aromenvielfalt. Die Rebflächen befinden sich terrassiert auf den steilen Hängen des Forca Réal in der Nähe von Perpignan. An eine maschinelle Bewirtschaftung der maximal 40 Jahre alten Reben ist gar nicht zu denken. Hier wird konsequent biologisch gewirtschaftet und es entstehen im wahrsten Sinne des Wortes feine, reine Winzerweine in Handarbeit.

Advertisements

Schollenbergers Riesling

Wir freuen uns sehr, nun rechtzeitig zur Sommersaison unseren Schollenberger Riesling in den Geschmacksrichtungen trocken und feinherb präsentieren zu können.

Riesling-Warnow-rm

Gemeinsam mit unserem Winzerpartner aus dem Affental haben wir zwei knackig-frische Rieslinge aus der Ortenau in die Flasche gebracht. In der Badischen Region um Baden-Baden ist der Riesling auch als Klingelberger bekannt. Ob nun gut gekühlt, pur oder als Basis für eine spritzige Rieslingschorle – unsere beiden Riesling-Klassiker sind zwei gute Begleiter durch den Sommer. Mit ihrer typischen Apfel- und Pfirsicharomatik sowie einer anregenden Säure sind sie natürlich auch eine gute Wahl, um ein Essen der modernen oder regionalen Küche zum Mahle zu machen. Ein guter Tipp sind unsere süffigen Zwei auch für jede Party. Ab sofort gibt es die schmackhaften Liter für 5,95€ in den Filialen der Weinhandlung Schollenberger in Bad Doberan und Rostock.

Cabernet Blanc – eine PIWI

weinschwestern-weissburgunder

Der Cabernet Blanc ist eine sehr junge Rebsorte und heute besonders bei Winzern, die biologisch oder naturnah arbeiten, beliebt. Denn die 1991 vom Schweizer Valentin Blattner aus Cabernet Sauvignon und einem Resistenzpartner gezüchtete Rebsorte gehört zu den PIWIs. Dies sind Rebsorten, die besonders pilzwiederstandsfähig sind und dadurch nicht mit Pflanzenschutzmitteln traktiert werden müssen. Die ersten pilzwiederstandsfähigen Rebsorten sind zur Wende vom 19. auf das 20. Jahrhundert in Frankreich entstanden. Man hat sich hier die Krankheits- und Reblausresistenz der amerikanischen Reben zu Nutze gemacht. Diese wurden mit der Weinqualität der klassischen europäischen Reben durch Kreuzung vereinigt. Die Hoffnung, dass diese neuen Reben auf eigenen Füßen/Wurzeln stehen könnten, erfüllte sich jedoch nicht. Vielmehr handelt es sich um Pfropfreben, bei denen die Amerikaner die Unterlage bilden. Nach 1950 entstanden sehr komplexe neue Züchtungen, die Ergebnis eines Jahrzehnte wehrenden Züchtungsprozesses mit mehrfachen Rückzüchtungen sind. Diese Rebsorten zeigen eine hohe Wiederstandsfähigkeit gegen den Echten und Falschen Mehltau und bringen – bestätigt durch die offizielle Sortenprüfung – gute Weinqualitäten im Qualitätsweinbau hervor. Außerdem schonen sie die Umwelt, da auf das Spritzen mit Pflanzenschutzmitteln verzichtet werden kann. Der Cabernet Blanc als weiße PIWI-Sorte bietet dem Winzer diese Vorteile und bringt dabei interessante Weine hervor, die in ihrer Typizität an Sauvignon Blanc und Riesling erinnern. Außerdem besitzt die Rebe ähnlich wie Riesling eine gute Winterfrosthärte. Ein kleiner Nachteil ist die Anfälligkeit der Blüten gegen Verrieseln. Für einen Weißwein zeigt der Cabernet Blanc einige interessante Aromen, welche er seinem Kreuzungspartner Cabernet Sauvignon zu verdanken hat. Dies sind rote Aromen von schwarzer Johannisbeere und Paprika dazu kommt ein Fruchtspiel von Stachelbeere, Kiwi, Aprikose, Zitrusfrüchten und Äpfeln. Das Ganze erhält Spannung durch eine spannende Mineralität und eine gute erfrischende Säurestruktur. Ein gutes Beispiel für diesen modernen Wein ist der Cabernet Blanc von den Weinschwestern aus Löwenstein. Der Wein vom Wohlfartsberg ist eine abenteuerliche Geschmacks-safari für den Gaumen und ein großartiger Begleiter durch den Sommer. Ein weiterer Tip ist der Cabernet Blanc vom Weingut Hof Lößnitz in Radebeul. Im Besitz der sächsischen Stadt und mit einer großen Tradition für den Weinbau seit 1401 arbeitet hier das einzige Bioweingut Ostdeutschlands.

Frank Schollenberger
Sommelier