Neues aus dem Biervana II

Das letzte Wochenende war ja recht ereignisreich. Am Samstag haben wir die liebevoll gehegten 5 Rebstöcke der Weinhandlung Schollenberger in die Hände der Rebstock-Paten gegeben, dann holte Hansa in der 92. Minute doch noch einen Punkt und am Sonntag gehörte die BioErleben in Warnemünde zum Pflichtprogramm. Das Wochenende habe ich dann, mit dem Blick auf das aufziehende Gewitter am Sonntagabend, mit einem Malty Brown Ale der Loch Ness Brewery ausklingen lassen. Wirklich ein sehr schönes kastanienbraunes Bier mit Aromen von Whisky-Malts, getrockneten Waldbeeren, schwarzem Novemberholz, Seetang, Lakritze, Balsamico, Kakaobohnen, Teer, dunkler Schuhcreme und gebratener Blutwurst. Grandios auch der trockene dunkle Nachhall mit rauchigen Noten.

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Ich war sehr froh, als mir bewusst wurde, dass wir von diesem Stöffchen noch einige Flaschen auf Lager haben. Meine Freude darüber war dann aber nur von kurzer Dauer, da mich drei Tage nach der Probe eine Hiobsbotschaft erreichte.
Dieses spannende Bier wird in der schottischen Loch Ness Brewery in Drumnadrochit am Loch Ness gebraut. Die Brüder Allan und Stephen Crossland betreiben hier, als passionierte Bierliebhaber, das Benleva Hotel und veranstalten das älteste Bierfest in den Highlands. Irgendwann beschlossen Sie, ihren Hotelpub mit eigenem Bier zu versorgen und installierten eine eigene Mikrobrauerei. Eine große Hilfe bei der Verwirklichung dieses Planes war Angus MacRuary von der Isle of Skye Brewery. Im Januar 2011 wurde dann das erste Bier gebraut. Aus der kleinen Brauerei kamen in der Folge traditionelle Biere, aber auch abenteuerliche Experimentalsude. Und so verließen legendäre Biere wie DarkNess, MildNess, WilderNess, LightNess, SmokieNess, MadNess und Prince of DarkNess die kleine Braustädte der beiden schottischen Bierliebhaber. Da sich diese Biere einer immer größer werdenden Beliebtheit erfreuten und die Fangemeinde immer größer wurde, musste man sich vergrößern und zog mit der Produktion 150 Meter weiter die Straße hinauf. Im Frühsommer diesen Jahres wollten die britischen Steuerbehörden den beiden Brauern dann einen Besuch abstatten und fanden die Brauerei nicht an der alten Adresse vor. Die Brüder Crossland hatten nun ein richtig großes Problem, hatten sie doch vergessen, ihren Umzug bei den Behörden anzuzeigen und eine neue Lizenz zu beantragen.
Und wie man ja weiss, sind diese Behörden ziemlich humorlos. Das dicke Ende vom Brauerglück kam dann mit der Beschlagnahmung der neuen Brauanlage, da man von Amtswegen nach dem Umzug von einer illegalen Braustätte ausging. Die ganze Sache war dann wohl nicht mehr zu reparieren. Die Anlage wird nun von den Behörden versteigert und die beiden Brauer-Brüder dürfen kein Bier mehr brauen. Das heißt, die Biere wird es wohl in der Form und Qualität, wie wir sie jetzt schätzen und  noch auf Lager haben, nicht mehr geben. Die Biere der Loch Ness Brewery sind nun dadurch eine interessante Rarität für Genießer und Sammler.

Frank Schollenberger
Sommelier

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